Dieses umfassende Handbuch erklärt, was ein Mesh-Netzwerk ist, wie es funktioniert und welche Vorteile es bietet. Es führt Sie Schritt für Schritt durch die Einrichtung, Auswahl des passenden Systems und die Behebung häufiger Probleme, um Ihnen zu einem stabilen und schnellen WLAN im gesamten Zuhause zu verhelfen.
Ein Mesh-Netzwerk aufbauen So lösen Sie WLAN-Probleme dauerhaft und einfach
- Mesh-Systeme verteilen ein nahtloses WLAN-Signal über mehrere intelligent kommunizierende Knoten.
- Sie eliminieren Funklöcher, sorgen für stabile Verbindungen und ermöglichen nahtloses Roaming.
- Die Installation und zentrale Verwaltung erfolgt meist intuitiv über eine Hersteller-App.
- Wi-Fi 6 ist der empfohlene Standard für die meisten Haushalte in Deutschland, Wi-Fi 6E nutzt ein zusätzliches, störungsärmeres Band.
- Für den Aufbau benötigen Sie mindestens zwei Komponenten: einen Mesh-Router und einen oder mehrere Satelliten.
- Beliebte Marken in Deutschland sind AVM (Fritz!), TP-Link (Deco) und Netgear (Orbi).
Wieso Ihr aktueller WLAN-Router an seine Grenzen stößt
Typische WLAN-Probleme im modernen Zuhause: Von Funklöchern bis zu Verbindungsabbrüchen
In vielen modernen Haushalten stoßen herkömmliche WLAN-Router schnell an ihre Grenzen. Ich sehe das immer wieder bei meinen Kunden: Da gibt es das Arbeitszimmer im Obergeschoss, in dem die Videokonferenzen ständig stocken, oder das Wohnzimmer, wo der Smart-TV endlos buffert. Die gängigen WLAN-Herausforderungen sind vielfältig: unzureichende Reichweite, hartnäckige Funklöcher in bestimmten Räumen oder Etagen, langsame Geschwindigkeiten und instabile Verbindungen.
Diese Probleme werden oft durch bauliche Gegebenheiten wie dicke Wände, Stahlbetondecken oder Fußbodenheizungen verstärkt. Auch die schiere Anzahl der verbundenen Geräte von Smartphones über Tablets bis hin zu Smart-Home-Gadgets kann einen einzelnen Router schnell überfordern. Jedes Gerät, das sich ins Netzwerk einwählt, beansprucht Bandbreite und Rechenleistung, was die Performance für alle anderen beeinträchtigt.
Was ist ein Mesh-Netzwerk und wie löst es diese Probleme fundamental anders?
Ein Mesh-Netzwerk ist eine elegante Lösung für diese allgegenwärtigen WLAN-Probleme. Es handelt sich nicht um einen einzelnen Router, sondern um ein System aus mehreren Knoten (auch Satelliten genannt), die ein einziges, einheitliches WLAN-Netzwerk bilden. Stellen Sie sich vor, Ihr WLAN-Signal wird nicht von einem einzigen Punkt aus gesendet, sondern von mehreren intelligenten Sendern, die miteinander kommunizieren und sich gegenseitig ergänzen.
Diese Mesh-Knoten arbeiten intelligent zusammen: Sie leiten Daten dynamisch auf dem schnellsten und effizientesten Weg zum Endgerät weiter. Das bedeutet, wenn Sie sich mit Ihrem Smartphone von einem Raum in den nächsten bewegen, übergibt das Mesh-System Ihre Verbindung nahtlos an den stärksten Knoten, ohne dass Sie etwas davon bemerken oder die Verbindung abbricht. Dieses sogenannte nahtlose Roaming ist ein entscheidender Vorteil gegenüber traditionellen Lösungen.
Die Hauptvorteile eines Mesh-Netzwerks, die ich aus meiner Erfahrung immer wieder betonen kann, sind:
- Eliminierung von Funklöchern: Das Signal wird gleichmäßig im gesamten Zuhause verteilt, selbst in entlegenen Ecken oder über mehrere Etagen hinweg.
- Stabile Verbindungen: Durch die dynamische Pfadwahl und die intelligente Lastverteilung bleiben Ihre Verbindungen auch bei vielen Geräten stabil.
- Nahtloses Roaming: Geräte wechseln automatisch und ohne Unterbrechung zum jeweils besten Knoten.
- Einfache Installation und Verwaltung: Die Einrichtung und Steuerung erfolgt meist intuitiv über eine zentrale App des Herstellers.
- Einheitliches Netzwerk: Sie haben nur einen Netzwerknamen (SSID) und ein Passwort für das gesamte System, was die Nutzung erheblich vereinfacht.
Repeater vs. Powerline vs. Mesh: Ein klarer Vergleich der Technologien
Bevor wir tiefer in den Aufbau eines Mesh-Netzwerks eintauchen, möchte ich kurz die Alternativen beleuchten. Viele von Ihnen haben vielleicht schon Erfahrungen mit WLAN-Repeatern oder Powerline-Adaptern gemacht. Ich erkläre Ihnen, warum Mesh-Systeme hier oft die Nase vorn haben.
| Technologie | Funktionsweise | Vorteile | Nachteile | Ideal für |
|---|---|---|---|---|
| WLAN-Repeater | Empfängt WLAN-Signal vom Router und sendet es verstärkt weiter. | Geringe Anschaffungskosten, einfache Installation. | Oft separates WLAN (zweite SSID), halbiert häufig die Geschwindigkeit, keine nahtlose Übergabe. | Kleine Wohnungen mit geringen Reichweitenproblemen, geringe Anforderungen an die Geschwindigkeit. |
| Powerline-Adapter | Nutzt die Stromleitungen im Haus zur Datenübertragung. | Überbrückt große Distanzen und Wände, wenn WLAN nicht durchkommt. | Geschwindigkeit stark abhängig von der Qualität der Stromleitungen, anfällig für elektrische Störungen, keine WLAN-Abdeckung ohne zusätzlichen Access Point. | Bereiche, in denen WLAN gar nicht ankommt und LAN-Anschluss benötigt wird, ohne Kabel zu verlegen. |
| Mesh-Netzwerk | Mehrere Knoten bilden ein einziges, intelligentes und nahtloses WLAN-Netzwerk. | Nahtloses Roaming, volle Abdeckung, zentrale Verwaltung, hohe Stabilität, oft dedizierter Backhaul. | Höhere Anschaffungskosten als Einzel-Repeater, kann bei sehr schlechten baulichen Gegebenheiten dennoch an Grenzen stoßen. | Große Wohnungen, Häuser mit mehreren Etagen, Smart Homes, hohe Anforderungen an Stabilität und Geschwindigkeit. |
Erfolgreicher Start: Was vor dem Mesh-Aufbau wichtig ist
Analyse Ihres Bedarfs: Wie viele Mesh-Knoten brauchen Sie wirklich?
Die erste und oft entscheidende Frage ist: Wie viele Mesh-Knoten benötige ich eigentlich? Das hängt von mehreren Faktoren ab. Meine Erfahrung zeigt, dass es keine pauschale Antwort gibt, aber gute Anhaltspunkte. Die Größe Ihrer Wohnfläche, die Anzahl der Etagen und vor allem die Bauweise Ihres Hauses spielen eine große Rolle. Dicke Stahlbetonwände schlucken WLAN-Signale erheblich stärker als Trockenbauwände.
Als Faustregel kann man sagen: Rechnen Sie mit einem Haupt-Router und einem Satelliten pro 100-150 Quadratmeter. Bei mehreren Etagen sollten Sie mindestens einen Knoten pro Etage einplanen. Aber denken Sie daran: Das ist nur ein Richtwert. Manchmal sind durch ungünstige Grundrisse oder Materialien mehr Knoten nötig.
- Wohnfläche: Je größer, desto mehr Knoten.
- Anzahl der Etagen: Mindestens ein Knoten pro Etage ist ratsam.
- Baumaterialien: Stahlbeton, Fußbodenheizung oder viele Metallobjekte erfordern engere Abstände.
- Gewünschte Abdeckung: Soll auch der Garten oder der Keller versorgt werden?
Ihr Internetanschluss: Ist er schnell genug für ein Mesh-System?
Ein Mesh-System ist hervorragend darin, Ihr WLAN-Signal optimal im Haus zu verteilen. Es optimiert die interne Verteilung, aber es kann keine Wunder vollbringen, wenn die Basis nicht stimmt. Die Gesamtgeschwindigkeit Ihres Internets wird letztendlich immer durch die Geschwindigkeit Ihres Internetanschlusses begrenzt. Wenn Sie also eine 50 MBit/s Leitung haben, wird auch das beste Mesh-System daraus keine 500 MBit/s zaubern können.
Ein schneller Internetanschluss ist die Voraussetzung, um das volle Potenzial eines Mesh-Systems auszuschöpfen. Überprüfen Sie daher vor dem Kauf, ob Ihre aktuelle Internetgeschwindigkeit Ihren Anforderungen entspricht und ob Ihr Modem diese Geschwindigkeit auch liefern kann.
Die entscheidende Frage: Bestehenden Router ersetzen oder erweitern?
Hier haben Sie grundsätzlich zwei Optionen. Viele Mesh-Systeme sind als vollwertiger Router konzipiert und können Ihren alten Router komplett ersetzen. Das ist oft die einfachste Lösung, da Sie dann nur ein Gerät für die Internetverbindung und das WLAN haben.
Alternativ können Sie das Mesh-System auch im sogenannten Bridge-Modus (oder Access Point Modus) hinter Ihrem bestehenden Router betreiben. Ihr alter Router übernimmt dann weiterhin die Internetverbindung und IP-Adressvergabe, während das Mesh-System "nur" für das WLAN zuständig ist. Das kann sinnvoll sein, wenn Ihr alter Router spezielle Funktionen bietet, die Sie nicht missen möchten. Eine Besonderheit gibt es bei AVM: Wenn Sie bereits eine Fritz!Box besitzen, können Sie diese oft mit Fritz!Repeatern zu einem vollwertigen Mesh-System erweitern. Das ist eine sehr beliebte und kostengünstige Option für viele deutsche Haushalte.
Ihr Mesh-Netzwerk in nur 30 Minuten einrichten
Der Aufbau eines Mesh-Netzwerks ist heutzutage erstaunlich einfach und in den meisten Fällen innerhalb einer halben Stunde erledigt. Ich führe Sie durch die grundlegenden Schritte.
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Schritt 1: Auswahl und Platzierung des ersten Knotens (Mesh-Routers)
Beginnen Sie mit dem Haupt-Mesh-Router. Dieser wird in der Regel über ein Ethernet-Kabel mit Ihrem Modem oder dem DSL-/Kabelanschluss verbunden. Platzieren Sie ihn an einem möglichst zentralen Ort in Ihrem Zuhause. Er fungiert als primärer Zugangspunkt zum Internet und als Gehirn Ihres gesamten Mesh-Systems. Achten Sie darauf, dass er nicht in einem Schrank oder hinter großen Metallobjekten versteckt ist.
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Schritt 2: Die App-Installation und Ersteinrichtung des Netzwerks
Laden Sie die entsprechende Hersteller-App auf Ihr Smartphone oder Tablet herunter. Fast alle modernen Mesh-Systeme werden über eine intuitive App eingerichtet. Die App führt Sie Schritt für Schritt durch den Prozess. Sie werden aufgefordert, einen Netzwerknamen (SSID) und ein sicheres Passwort für Ihr neues WLAN zu vergeben. Folgen Sie einfach den Anweisungen auf dem Bildschirm.
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Schritt 3: Die strategische Platzierung der weiteren Mesh-Satelliten
Sobald der Haupt-Router eingerichtet ist, können Sie die weiteren Mesh-Knoten (Satelliten) hinzufügen. Platzieren Sie diese in Reichweite des Haupt-Routers oder anderer bereits eingerichteter Satelliten. Der Schlüssel ist eine strategische Positionierung: Die Satelliten sollten nicht zu weit entfernt sein, aber auch nicht direkt neben dem Haupt-Router. Eine gute Faustregel ist, sie auf halbem Weg zwischen dem Hauptknoten und dem Bereich zu platzieren, den Sie abdecken möchten. Die App hilft Ihnen oft dabei, den optimalen Standort zu finden, indem sie die Signalstärke anzeigt.
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Schritt 4: Netzwerk-Konfiguration und Personalisierung (SSID, Passwort, Gastnetzwerk)
Nachdem alle Knoten verbunden sind, können Sie über die Hersteller-App weitere Einstellungen vornehmen. Passen Sie die SSID und das Passwort bei Bedarf an, richten Sie ein separates Gastnetzwerk für Besucher ein oder konfigurieren Sie andere grundlegende Einstellungen wie die Kindersicherung oder die Gerätepriorisierung. Die App bietet eine zentrale Steuerung für Ihr gesamtes Netzwerk.
Maximale Leistung: So platzieren Sie Ihre Mesh-Knoten optimal
Die goldene Regel: Sichtverbindung und der ideale Abstand
Die Platzierung Ihrer Mesh-Knoten ist entscheidend für die Leistung Ihres gesamten Netzwerks. Meine wichtigste Empfehlung ist immer: Achten Sie auf eine möglichst freie Sichtverbindung zwischen den Knoten. Jedes Hindernis, sei es eine Wand, ein Möbelstück oder ein Gerät, schwächt das Signal. Platzieren Sie die Knoten nicht zu weit voneinander entfernt. Wenn ein Satellit nur noch ein schwaches Signal vom Haupt-Router empfängt, kann er dieses auch nur schwach weitergeben. Der ideale Abstand ist, wie bereits erwähnt, auf halbem Weg zwischen dem Hauptknoten und dem Bereich, den Sie abdecken möchten, sodass jeder Knoten ein starkes Signal vom vorherigen empfängt.
Störquellen im Haushalt erkennen und vermeiden (Betonwände, Mikrowellen)
WLAN-Signale sind empfindlich gegenüber Störungen. Ich habe schon oft erlebt, dass eine scheinbar perfekte Platzierung durch unsichtbare Störenfriede zunichtegemacht wurde. Hier sind die häufigsten Übeltäter:
- Dicke Betonwände und Stahlbetondecken: Sie sind die größten WLAN-Killer. Versuchen Sie, die Knoten so zu platzieren, dass so wenige dieser Hindernisse wie möglich zwischen ihnen liegen.
- Große Metallobjekte: Kühlschränke, Aktenschränke, Heizkörper oder sogar große Aquarien können das Signal stark abschirmen.
- Mikrowellenherde: Sie senden im 2,4-GHz-Band, genau wie viele WLAN-Geräte, und können während des Betriebs massive Störungen verursachen.
- Schnurlose Telefone (DECT): Ältere Modelle können ebenfalls im 2,4-GHz-Band funken und Interferenzen erzeugen.
- Nachbar-WLANs: In Mehrfamilienhäusern können die WLANs der Nachbarn die Kanäle überlasten. Moderne Mesh-Systeme können hier oft automatisch auf weniger frequentierte Kanäle ausweichen.
Nutzung der Hersteller-App zur Findung des perfekten Standorts
Viele Hersteller-Apps sind hier eine große Hilfe. Sie bieten oft integrierte Tools oder Signalstärkeindikatoren, die Ihnen in Echtzeit anzeigen, wie gut die Verbindung zwischen den Knoten ist. Nutzen Sie diese Funktion aktiv! Bewegen Sie einen Satelliten testweise an verschiedene Orte und beobachten Sie die Anzeige in der App. So finden Sie den Sweet Spot für die beste Leistung, ohne auf Ihr Bauchgefühl angewiesen zu sein.
Das passende Mesh-System finden: Ein Leitfaden für Deutschland
Wi-Fi 6 oder schon Wi-Fi 6E? Welcher Standard ist für Sie der richtige?
Die Welt der WLAN-Standards entwickelt sich ständig weiter. Aktuell ist Wi-Fi 6 (802.11ax) der gängige und empfohlene Standard für die meisten Haushalte in Deutschland. Es bietet verbesserte Geschwindigkeiten, höhere Effizienz und eine bessere Leistung in Umgebungen mit vielen Geräten im Vergleich zu älteren Standards.
Neuere Systeme unterstützen bereits Wi-Fi 6E. Das "E" steht für "Extended" und bedeutet, dass zusätzlich zu den 2,4-GHz- und 5-GHz-Bändern auch das 6-GHz-Band genutzt wird. Dieses Band ist noch weitgehend ungenutzt, was zu deutlich weniger Störungen und potenziell höheren Geschwindigkeiten führt. Allerdings müssen auch Ihre Endgeräte Wi-Fi 6E unterstützen, um davon zu profitieren. Für die meisten Haushalte in Deutschland ist Wi-Fi 6 der optimale Kompromiss aus Preis und Leistung. Wi-Fi 6E ist eine gute Wahl für anspruchsvolle Nutzer mit vielen neuen Geräten und dem Wunsch nach maximaler Performance.
Als Ausblick sei erwähnt, dass Wi-Fi 7 (802.11be) bereits in den Startlöchern steht und noch höhere Geschwindigkeiten und Effizienz verspricht, aber für den privaten Gebrauch derzeit noch nicht relevant ist.
Top-Systeme im Vergleich: AVM Fritz!, TP-Link Deco, Netgear Orbi & Co.
Auf dem deutschen Markt gibt es einige führende Marken, die hervorragende Mesh-Systeme anbieten. Meine Kunden fragen mich oft nach Empfehlungen, und hier sind die gängigsten:
- AVM (Fritz!): Besonders beliebt in Deutschland, da viele Haushalte bereits eine Fritz!Box als Router besitzen. AVM bietet die Möglichkeit, bestehende Fritz!Boxen mit Fritz!Repeatern zu einem Mesh-System zu erweitern. Das ist eine sehr integrierte und benutzerfreundliche Lösung, die ich oft empfehle.
- TP-Link (Deco): Eine sehr populäre und oft preisgünstige Option. Die Deco-Systeme sind bekannt für ihre einfache Installation über die App und bieten eine gute Leistung für die meisten Haushalte.
- Netgear (Orbi): Positioniert sich oft im Premium-Segment. Orbi-Systeme sind bekannt für ihre hohe Leistung und ein dediziertes Backhaul-Band, was sie ideal für größere Häuser und anspruchsvolle Nutzer macht.
- Google/Nest Wifi: Bietet eine sehr einfache Einrichtung und Integration in das Google-Ökosystem. Ideal für Nutzer, die Wert auf Benutzerfreundlichkeit und Smart-Home-Integration legen.
- Amazon (Eero): Ebenfalls bekannt für seine einfache Einrichtung und gute Performance. Eero-Systeme integrieren sich gut in das Amazon-Ökosystem und bieten oft gute Sicherheitsfunktionen.
Die Bedeutung von Backhaul: Warum eine dedizierte Verbindung zwischen den Knoten entscheidend sein kann
Der Begriff "Backhaul" beschreibt die Kommunikation zwischen den einzelnen Mesh-Knoten. Hier werden die Daten vom Satelliten zum Haupt-Router und umgekehrt übertragen. Für eine optimale Leistung, besonders in größeren Häusern oder bei hoher Netzwerkauslastung, ist ein dediziertes Backhaul entscheidend.
Was bedeutet das? Viele Mesh-Systeme nutzen ein drittes, separates Funkband (oft 5 GHz oder 6 GHz) ausschließlich für die Kommunikation der Knoten untereinander. Das hat den Vorteil, dass die Bänder, die Ihre Endgeräte nutzen, nicht durch die interne Kommunikation der Mesh-Knoten belastet werden. Das Ergebnis ist eine deutlich bessere Leistung und Stabilität. Alternativ kann das Backhaul auch über ein Ethernet-Kabel erfolgen, was die schnellste und stabilste Verbindung zwischen den Knoten darstellt. Achten Sie beim Kauf darauf, ob das System Ihrer Wahl ein dediziertes Backhaul anbietet, wenn Sie hohe Ansprüche an die Performance haben.
Häufige Probleme beim Mesh-Netzwerk und ihre Lösungen
Auch wenn Mesh-Netzwerke in der Regel sehr stabil sind, können gelegentlich Probleme auftreten. Hier sind einige der häufigsten Herausforderungen und meine bewährten Lösungsansätze.
Problem: Knoten verbinden sich nicht oder verlieren die Verbindung
Das ist ein Klassiker, der oft auf einfache Ursachen zurückzuführen ist.
- Stromversorgung prüfen: Stellen Sie sicher, dass alle Knoten korrekt an die Stromversorgung angeschlossen sind und die LEDs leuchten.
- Geräte neu starten: Ein einfacher Neustart des betroffenen Knotens und des Haupt-Routers kann Wunder wirken.
- Abstand verringern: Wenn Knoten die Verbindung verlieren, sind sie möglicherweise zu weit voneinander entfernt. Versuchen Sie, den Abstand zu verringern oder eine Position mit weniger Hindernissen zu finden.
- Status in der App prüfen: Die Hersteller-App zeigt oft den Verbindungsstatus der einzelnen Knoten an und gibt Hinweise auf Probleme.
- Firmware aktualisieren: Veraltete Firmware kann zu Verbindungsproblemen führen. Prüfen Sie, ob Updates verfügbar sind.
Problem: Die Geschwindigkeit ist trotz Mesh-Netzwerk enttäuschend
Ein Mesh-Netzwerk verspricht schnelles WLAN, und wenn das nicht der Fall ist, ist das frustrierend.
- Internetverbindung prüfen: Messen Sie die Geschwindigkeit direkt am Modem. Ist die Basisleitung schnell genug?
- Neupositionierung der Knoten: Eine suboptimale Platzierung ist oft der Hauptgrund. Nutzen Sie die App, um den besten Standort zu finden.
- Störquellen beseitigen: Haben Sie Mikrowellen, dicke Wände oder große Metallobjekte in der Nähe? Versuchen Sie, diese zu umgehen oder zu entfernen.
- Backhaul-Qualität: Wenn Ihr System kein dediziertes Backhaul hat, kann die interne Kommunikation die Geschwindigkeit beeinträchtigen. Überlegen Sie, ob ein System mit dediziertem Backhaul oder eine Ethernet-Verbindung der Knoten (falls möglich) sinnvoll wäre.
- Firmware aktualisieren: Auch hier können Updates Performance-Verbesserungen bringen.
Problem: Ältere Geräte haben Schwierigkeiten, sich mit dem neuen Netzwerk zu verbinden
Manchmal sind ältere Geräte wählerisch, wenn es um neue WLAN-Standards geht.
- Geräteeinstellungen prüfen: Stellen Sie sicher, dass die WLAN-Treiber auf dem älteren Gerät aktuell sind. Manchmal hilft es, die Netzwerkeinstellungen auf dem Gerät zurückzusetzen.
- WLAN-Standard-Kompatibilität: Einige ältere Geräte unterstützen möglicherweise keine modernen WLAN-Standards wie Wi-Fi 6 vollständig. Prüfen Sie, ob Ihr Mesh-System eine Option bietet, ältere Standards (z. B. 802.11n) explizit zu aktivieren oder ein separates 2,4-GHz-Netzwerk für diese Geräte einzurichten.
- Netzwerkmodus anpassen: In seltenen Fällen kann es helfen, den Betriebsmodus des Mesh-Systems anzupassen (z. B. von Wi-Fi 6 auf einen gemischten Modus). Dies ist jedoch meist nicht notwendig.
Mehr als nur WLAN: Zusätzliche Funktionen Ihres Mesh-Systems
Moderne Mesh-Systeme sind weit mehr als nur WLAN-Verteiler. Sie bieten eine Fülle an nützlichen Zusatzfunktionen, die Ihr Smart Home sicherer und komfortabler machen.
Kindersicherung und Inhaltsfilter effektiv einrichten
Viele Mesh-Systeme verfügen über integrierte und einfach zu konfigurierende Funktionen zur Kindersicherung. Über die Hersteller-App können Sie Zugriffszeiten festlegen, bestimmte Websites blockieren oder Inhaltsfilter aktivieren, um unerwünschte Inhalte fernzuhalten. Das gibt Ihnen als Elternteil eine gute Kontrolle über die Online-Aktivitäten Ihrer Kinder und sorgt für mehr Sicherheit im digitalen Raum.
Ein sicheres Gastnetzwerk für Besucher mit wenigen Klicks erstellen
Ein Gastnetzwerk ist eine Funktion, die ich jedem empfehle. Mit wenigen Klicks können Sie über die App ein separates WLAN für Ihre Besucher einrichten. Dieses Gastnetzwerk ist vom Hauptnetzwerk isoliert, sodass Ihre Gäste Internetzugang haben, aber keinen Zugriff auf Ihre privaten Geräte wie Drucker, NAS-Server oder Smart-Home-Komponenten. Das erhöht die Sicherheit Ihres Heimnetzwerks erheblich und ist zudem sehr praktisch.
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Priorisierung von Geräten für ungestörtes Gaming oder Streaming
Kennen Sie das? Sie streamen einen 4K-Film, und jemand beginnt einen großen Download, der Ihren Film ins Stocken bringt. Viele Mesh-Systeme bieten Quality of Service (QoS)-Funktionen. Damit können Sie bestimmte Geräte oder Anwendungen priorisieren. Das bedeutet, Sie können beispielsweise Ihrem Gaming-PC oder Ihrem Smart-TV die höchste Priorität einräumen, um eine optimale Leistung für Online-Gaming oder 4K-Streaming zu gewährleisten, selbst wenn andere Geräte im Netzwerk aktiv sind. So gehören Ruckler und Lags der Vergangenheit an.
