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Siemens LOGO! Netzwerk: Von IP bis IoT Ihr kompletter Guide

Hermann-Josef Mohr

Hermann-Josef Mohr

24. August 2025

Siemens LOGO! Software: Netzwerkansicht mit Gerätekonfiguration (IP, Subnetz, Gateway).

Inhaltsverzeichnis

Dieser Leitfaden taucht tief in die Welt der Siemens LOGO! Vernetzung ein und zeigt Ihnen, wie Sie Ihre Kleinsteuerungen zu leistungsstarken, intelligenten Systemen verbinden. Erfahren Sie Schritt für Schritt, welche Komponenten Sie benötigen, wie Sie verschiedene Geräte integrieren und wie Sie erweiterte Funktionen wie den Webserver oder die Cloud-Anbindung nutzen, um Ihre Automatisierungsprojekte erfolgreich umzusetzen.

Siemens LOGO! Netzwerke: Einfacher Aufbau und erweiterte Funktionen meistern

  • Die LOGO! 8 verfügt über eine integrierte Ethernet-Schnittstelle, die mit LOGO! Soft Comfort einfach zu projektieren ist.
  • Grundlagen wie IP-Adresse, Subnetzmaske und Gateway sind entscheidend für eine erfolgreiche Netzwerk-Konfiguration.
  • LOGO! kann mit anderen LOGO!-Modulen, SIMATIC S7-Steuerungen, HMI-Panels und Modbus TCP-Geräten kommunizieren.
  • Spezielle Kommunikationsmodule wie CSM, CMR und CMK2000 erweitern die Einsatzmöglichkeiten erheblich.
  • Der integrierte Webserver und die Cloud-Anbindung (ab V8.3) ermöglichen Fernzugriff, Visualisierung und Datenerfassung.
  • Häufige Probleme lassen sich durch sorgfältige Prüfung der IP-Konfiguration und Softwareversionen beheben.

Warum LOGO! Vernetzung mehr als nur Kabel verbinden bedeutet

In meiner langjährigen Erfahrung in der Automatisierungstechnik habe ich immer wieder beobachtet, wie die Siemens LOGO! von einer einfachen Relais-Alternative zu einem echten Alleskönner gewachsen ist. Die Vernetzung spielt dabei eine zentrale Rolle. Es geht nicht mehr nur darum, ein paar Ein- und Ausgänge zu steuern. Mit der integrierten Ethernet-Schnittstelle der LOGO! 8 und der intuitiven Software LOGO! Soft Comfort können Sie Ihre Kleinsteuerungen zu leistungsfähigen, dezentralen Automatisierungslösungen ausbauen. Plötzlich wird die LOGO! nicht mehr als isolierte Steuerung betrachtet, sondern als integraler Bestandteil eines größeren Systems, das Daten austauscht, Zustände visualisiert und sogar aus der Ferne überwacht werden kann. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten, von der intelligenten Hausautomation bis hin zur effektiven Steuerung kleinerer Maschinen und Anlagen.

Grundlagen verstehen: Ihr Start ins LOGO! Netzwerk

Bevor wir uns in die Praxis stürzen, ist es unerlässlich, die fundamentalen Konzepte zu verstehen, die jedes LOGO! Netzwerk zum Laufen bringen. Ohne ein solides Verständnis dieser Grundlagen werden Sie schnell auf Schwierigkeiten stoßen, das kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung versichern.

IP-Adresse, Subnetzmaske, Gateway: Das kleine 1x1 der Netzwerk-Konfiguration

Jedes Gerät in einem Netzwerk benötigt eine eindeutige Identifikation. Bei der LOGO! ist das die IP-Adresse. Stellen Sie sich diese wie die Hausnummer in einer Straße vor. Damit die Geräte im selben "Stadtteil" (Subnetz) miteinander kommunizieren können, müssen sie dieselbe Subnetzmaske haben. Diese Maske definiert, welcher Teil der IP-Adresse das Netzwerk und welcher Teil den Host (das Gerät) identifiziert. Ein Gateway hingegen ist wie eine Brücke zu anderen "Stadtteilen" oder Netzwerken. Es ermöglicht Ihrer LOGO!, mit Geräten außerhalb ihres lokalen Subnetzes zu kommunizieren, beispielsweise mit einem Router, der den Internetzugang bereitstellt. Die gute Nachricht ist, dass Sie diese wichtigen Einstellungen direkt am Display Ihrer LOGO! oder, viel komfortabler, über LOGO! Soft Comfort vornehmen können.

  • IP-Adresse: Eindeutige Kennung jedes Geräts im Netzwerk.
  • Subnetzmaske: Definiert den Bereich des lokalen Netzwerks.
  • Gateway: Ermöglicht die Kommunikation mit Geräten außerhalb des lokalen Subnetzes.

LOGO! Soft Comfort: Ihr zentrales Werkzeug für die Netzwerkprojektierung

Für mich ist LOGO! Soft Comfort das Herzstück jeder LOGO! Projektierung, besonders wenn es um Netzwerke geht. Die Software bietet eine intuitive, grafische Netzwerkansicht, in der Sie Ihre LOGO!-Module und andere Netzwerkgeräte einfach per Drag & Drop hinzufügen und miteinander verbinden können. Das ist ein riesiger Vorteil, denn es macht die Konfiguration selbst komplexerer Netzwerke sehr übersichtlich. Alle Einstellungen, von den IP-Adressen bis hin zu den Kommunikationsverbindungen, lassen sich hier zentral verwalten und auf die jeweiligen Module übertragen.

Master, Slave, Client, Server: Welche Rolle spielt Ihre LOGO! im Netzwerk?

Im Kontext der LOGO! Vernetzung begegnen uns oft Begriffe wie Master/Slave oder Client/Server. Es ist wichtig zu verstehen, welche Rolle Ihre LOGO! in einem bestimmten Szenario einnimmt. Bei der LOGO! zu LOGO! Kommunikation sprechen wir meist von einer Peer-to-Peer-Beziehung, bei der beide Module gleichberechtigt Daten austauschen können. Wenn Ihre LOGO! jedoch mit einer übergeordneten SIMATIC S7-Steuerung kommuniziert, agiert die LOGO! typischerweise als Client, der Anfragen an den Server (die S7-Steuerung) sendet. Im Modbus TCP-Umfeld kann die LOGO! sowohl als Client (Daten von einem Modbus-Server anfordern) als auch als Server (Daten für einen Modbus-Client bereitstellen) fungieren. Dieses Rollenverständnis ist entscheidend für die korrekte Konfiguration der Kommunikationsbausteine.

LOGO! zu LOGO! Netzwerk: Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

Der Aufbau eines Netzwerks zwischen zwei LOGO!-Modulen ist ein hervorragender Einstieg, um die Grundlagen der Vernetzung zu verstehen. Ich zeige Ihnen, wie Sie das in wenigen Schritten umsetzen.

Hardware-Setup: Zwei LOGO! Module korrekt physisch verbinden

Die physische Verbindung ist der erste und oft unterschätzte Schritt. Bei der LOGO! 8 ist das dank der integrierten Ethernet-Schnittstelle sehr unkompliziert.

  1. Module platzieren: Stellen Sie sicher, dass Ihre beiden LOGO! Module in Reichweite zueinander sind.
  2. Stromversorgung: Versorgen Sie beide LOGO! Module mit der entsprechenden Betriebsspannung.
  3. Ethernet-Kabel verbinden: Nehmen Sie ein Standard-Ethernet-Patchkabel (CAT5e oder besser) und verbinden Sie die Ethernet-Ports der beiden LOGO! Module direkt miteinander. Für eine Direktverbindung zwischen zwei Geräten ohne Switch wird oft ein Crossover-Kabel empfohlen, moderne LOGO! Module mit Auto-MDI/MDIX erkennen jedoch in der Regel automatisch den Kabeltyp und passen sich an. Ein normales Patchkabel funktioniert also meistens problemlos.

Software-Konfiguration: So erstellen Sie ein Netzwerkprojekt in LOGO! Soft Comfort

Nachdem die Hardware steht, geht es an die Software. Hier ist Präzision gefragt, aber LOGO! Soft Comfort macht es uns wirklich leicht.

  1. Neues Projekt erstellen: Öffnen Sie LOGO! Soft Comfort und erstellen Sie ein neues Projekt.
  2. Netzwerkansicht öffnen: Wechseln Sie in die Netzwerkansicht (oft über ein Symbol in der Symbolleiste oder im Menü "Extras").
  3. LOGO! Module hinzufügen: Ziehen Sie zwei LOGO! Module aus der Hardware-Auswahl in den Arbeitsbereich der Netzwerkansicht.
  4. IP-Adressen zuweisen: Doppelklicken Sie auf das erste LOGO! Modul. Im Eigenschaftenfenster weisen Sie eine eindeutige IP-Adresse zu, z.B. 192.168.0.10. Geben Sie die Subnetzmaske ein, z.B. 255.255.255.0. Wiederholen Sie diesen Schritt für das zweite LOGO! Modul, weisen Sie aber eine andere, eindeutige IP-Adresse im selben Subnetz zu, z.B. 192.168.0.11. Achten Sie darauf, dass die Subnetzmaske bei beiden identisch ist.
  5. Verbindung herstellen: Ziehen Sie eine Verbindungslinie von einem LOGO! Modul zum anderen. LOGO! Soft Comfort erkennt automatisch die Netzwerkfähigkeit und stellt die logische Verbindung her.
  6. Programm erstellen: Wechseln Sie zurück in die Schaltprogramm-Ansicht und erstellen Sie Ihr gewünschtes Programm für jedes LOGO! Modul.

Daten austauschen leicht gemacht: Netzwerkeingänge und -ausgänge per Drag & Drop verknüpfen

Der eigentliche Clou der LOGO! Vernetzung ist der einfache Datenaustausch. Mit Netzwerkeingängen und -ausgängen wird das zum Kinderspiel.

  1. Netzwerkausgang (NQ) definieren: Im Schaltprogramm des ersten LOGO! Moduls (z.B. mit der IP 192.168.0.10) fügen Sie einen Netzwerkausgang (NQ) ein. Verbinden Sie diesen NQ mit dem Signal, das Sie senden möchten (z.B. dem Ausgang eines Tasters).
  2. Netzwerkeingang (NI) definieren: Im Schaltprogramm des zweiten LOGO! Moduls (z.B. mit der IP 192.168.0.11) fügen Sie einen Netzwerkeingang (NI) ein. Diesen NI verbinden Sie mit dem Eingang eines Bausteins, der das empfangene Signal verarbeiten soll (z.B. einem Relais).
  3. Verknüpfung in der Netzwerkansicht: Wechseln Sie zurück in die Netzwerkansicht. Sie sehen nun die NQ- und NI-Bausteine in den jeweiligen LOGO!-Modulen. Ziehen Sie einfach den NQ des ersten LOGO! per Drag & Drop auf den NI des zweiten LOGO!. LOGO! Soft Comfort stellt die logische Verbindung her und zeigt diese grafisch an.
  4. Programm übertragen: Übertragen Sie die Programme auf die jeweiligen LOGO! Module. Nun kann das erste LOGO! ein Signal senden, das vom zweiten LOGO! empfangen und verarbeitet wird. Das ist die Basis für verteilte Steuerungsaufgaben!

Erweiterte Vernetzung: LOGO! mit anderen Systemen verbinden

Die wahre Stärke der LOGO! zeigt sich, wenn sie nicht nur mit ihresgleichen, sondern auch mit anderen Automatisierungskomponenten kommunizieren kann. Das erweitert den Anwendungsbereich enorm.

LOGO! trifft auf S7: Wie Sie Ihre Kleinsteuerung in eine große Anlage integrieren

Es kommt häufig vor, dass eine LOGO! eine Vorverarbeitungsaufgabe in einer größeren Anlage übernimmt, die von einer SIMATIC S7-Steuerung gemanagt wird. Hier kann die LOGO! als Client fungieren und über eine S7-Verbindung mit einer übergeordneten S7-1200 oder S7-1500 Steuerung (als Server) kommunizieren. Das ist ideal, um beispielsweise lokale Sensordaten zu erfassen, vorzuverarbeiten und dann gebündelt an die S7 zu übergeben. So entlasten Sie die Hauptsteuerung und halten die Architektur übersichtlich. Ich habe das schon oft erfolgreich eingesetzt, um komplexe Sensorik auf LOGO!-Ebene zu handhaben und nur die relevanten Ergebnisse an die S7 weiterzugeben.

Visualisierung ist alles: Ein HMI-Panel oder das LOGO! TDE anbinden

Was nützt die beste Steuerung, wenn man nicht sieht, was sie tut? Die Anbindung eines Siemens HMI Basic Panels oder des LOGO! TDE (Text Display) ist hier die perfekte Lösung. Sie können Anlagenzustände, Fehlermeldungen oder Zählerstände auf dem Display visualisieren und über das Panel oder TDE direkt in die Steuerung eingreifen. Das LOGO! TDE ist dabei besonders praktisch, da es nicht nur ein Display, sondern auch zwei Ethernet-Schnittstellen bietet und somit als einfacher Switch im LOGO! Netzwerk dienen kann.

Offen für alles: Die Kommunikation via Modbus TCP mit Fremdgeräten meistern

Die LOGO! 8 ist erfreulicherweise sehr offen, wenn es um die Kommunikation mit Geräten anderer Hersteller geht. Dank der Unterstützung des Modbus TCP/IP Protokolls kann sie sowohl als Client als auch als Server agieren. Das bedeutet, Ihre LOGO! kann Daten von Modbus-fähigen Sensoren oder Aktoren lesen und schreiben oder selbst Daten für ein übergeordnetes SCADA-System oder eine andere Steuerung bereitstellen. Diese Flexibilität macht die LOGO! zu einem echten Allrounder, der sich nahtlos in bestehende Infrastrukturen integrieren lässt.

Kommunikationsmodule: Die richtigen Bausteine für Ihr LOGO! Netzwerk

Manchmal reicht die integrierte Ethernet-Schnittstelle nicht aus oder es sind spezielle Kommunikationswege gefragt. Hier kommen die LOGO! Kommunikationsmodule ins Spiel, die die Einsatzmöglichkeiten Ihrer Kleinsteuerung erheblich erweitern.

Für den lokalen Verbund: Wann ist ein LOGO! CSM Switch die richtige Wahl?

Wenn Sie mehrere LOGO! Module oder andere Ethernet-Geräte in einem kleinen, lokalen Netzwerk verbinden möchten, aber nicht genügend Ports an Ihrem Router oder Switch haben, ist das LOGO! CSM (Compact Switch Module) die ideale Lösung. Es ist ein unmanaged 4-Port-Industrie-Ethernet-Switch, der speziell für den Einsatz im LOGO! Umfeld optimiert ist. Es ist robust, kompakt und sorgt für eine zuverlässige Datenverteilung in Ihrem lokalen LOGO! Netzwerk. Ich nutze es oft, um eine kleine Stern-Topologie aufzubauen, wenn ich mehrere LOGO!s an einem Punkt zusammenführen muss.

In die Ferne schweifen: Mit dem LOGO! CMR Modul per Mobilfunk steuern und überwachen

Das LOGO! CMR (Communications Module) ist für mich ein echter Game Changer, wenn es um Fernkommunikation geht. Mit diesem Modul können Sie Ihre LOGO! über Mobilfunknetze (LTE/GPRS) steuern und überwachen und das von überall auf der Welt. Stellen Sie sich vor, Sie erhalten eine SMS-Alarmierung, wenn eine Störung auftritt, oder Sie können per E-Mail Berichte über den Anlagenstatus empfangen. Das CMR bietet sogar GPS-Positionserkennung, was für mobile Anwendungen sehr nützlich ist. Und für den sicheren Fernzugriff auf die LOGO! oder das lokale Netzwerk kann das CMR eine OpenVPN-Verbindung aufbauen. Das ist Fernwartung und -überwachung auf höchstem Niveau.

  • SMS-Alarmierung
  • E-Mail-Versand
  • GPS-Positionserkennung
  • Fernzugriff via OpenVPN

Gebäudeautomation im Fokus: Die LOGO! als intelligenten Controller im KNX-System mit dem CMK2000

Für alle, die im Bereich der Gebäudeautomation tätig sind, ist das LOGO! CMK2000 ein sehr interessantes Modul. Es dient als Gateway, um die LOGO! nahtlos in ein bestehendes KNX-Gebäudeautomationssystem zu integrieren. Damit können Sie die Leistungsfähigkeit und Flexibilität der LOGO! nutzen, um beispielsweise Beleuchtung, Jalousien oder Heizung in einem KNX-Netzwerk zu steuern. Die LOGO! kann hier als intelligenter Controller fungieren, der komplexe Logiken ausführt und mit anderen KNX-Komponenten kommuniziert. Das ist eine elegante Lösung, um die LOGO! in Smart-Home- oder Smart-Building-Anwendungen einzubinden.

Der integrierte Webserver: LOGO! von überall steuern und überwachen

Der integrierte Webserver der LOGO! 8 ist eine Funktion, die ich persönlich sehr schätze. Er verwandelt Ihre LOGO! in eine kleine, aber feine Visualisierungszentrale, auf die Sie bequem über einen Webbrowser zugreifen können.

Aktivierung in 3 Schritten: So schalten Sie den Webserver in LOGO! Soft Comfort frei

Die Aktivierung des Webservers ist denkbar einfach und in wenigen Schritten in LOGO! Soft Comfort erledigt:

  1. LOGO! Soft Comfort öffnen: Öffnen Sie Ihr Projekt in LOGO! Soft Comfort.
  2. Webserver-Einstellungen aufrufen: Doppelklicken Sie auf das LOGO! Modul, dessen Webserver Sie aktivieren möchten. Im Eigenschaftenfenster navigieren Sie zum Reiter "Webserver".
  3. Webserver aktivieren: Setzen Sie das Häkchen bei "Webserver aktivieren". Hier können Sie auch einen Benutzernamen und ein Passwort für den Zugriff festlegen und entscheiden, ob der Fernzugriff erlaubt sein soll. Speichern Sie die Einstellungen und übertragen Sie das Programm auf Ihre LOGO!.

Ohne Code zur eigenen Visualisierung: Grundlagen des LOGO! Web Editors (LWE)

Das Beste am integrierten Webserver ist, dass Sie nicht einmal HTML-Kenntnisse benötigen, um eine eigene Visualisierung zu erstellen. Der kostenlose LOGO! Web Editor (LWE) ist ein geniales Tool, mit dem Sie per Drag & Drop spezifische Webseiten gestalten können. Sie ziehen einfach Elemente wie Schalter, Anzeigen, Textfelder oder Trendkurven auf eine Arbeitsfläche, verknüpfen sie mit den entsprechenden LOGO!-Parametern und schon haben Sie eine maßgeschneiderte Bedienoberfläche. Das ist extrem benutzerfreundlich und ermöglicht es auch Anwendern ohne Programmierkenntnisse, professionelle Visualisierungen zu erstellen.

Sicherheit geht vor: Passwortschutz und Zugriffskontrolle richtig konfigurieren

Auch wenn der Webserver eine tolle Funktion ist, dürfen wir die Sicherheit nicht vernachlässigen. Es ist absolut entscheidend, den Webserver mit einem starken Passwort zu schützen und die Zugriffskontrolle sorgfältig zu konfigurieren. Überlegen Sie genau, wer Zugriff auf Ihre LOGO! haben soll und welche Rechte diese Personen benötigen. Unbefugter Zugriff kann nicht nur zu ungewollten Änderungen an Ihrer Steuerung führen, sondern auch ein Sicherheitsrisiko für Ihr gesamtes Netzwerk darstellen. Nehmen Sie sich die Zeit, diese Einstellungen gewissenhaft vorzunehmen.

LOGO! in der Cloud: Fernwartung und Datenerfassung neu gedacht

Die Cloud-Anbindung ist ein relativ neues, aber unglaublich mächtiges Feature der LOGO! und eröffnet völlig neue Perspektiven für die Fernwartung und Datenerfassung. Ich bin begeistert von den Möglichkeiten, die sich hier bieten.

Was bringt die Cloud-Anbindung wirklich? Anwendungsfälle von Fernwartung bis Datenerfassung

Die direkte Cloud-Anbindung Ihrer LOGO! Module, beispielsweise an Amazon Web Services (AWS), ist ein großer Schritt in Richtung Industrie 4.0 für Kleinsteuerungen. Die Vorteile sind vielfältig: Sie können Ihre Anlagen aus der Ferne überwachen und steuern, ohne vor Ort sein zu müssen. Das ist ideal für dezentrale Anlagen oder Maschinen, die über weite Gebiete verteilt sind. Ein weiterer großer Pluspunkt ist die Datenerfassung und -auswertung. Sie können Betriebsdaten sammeln, analysieren und so beispielsweise eine vorausschauende Wartung ermöglichen, indem Sie Anomalien frühzeitig erkennen. Die LOGO! kann sogar als Cloud-Gateway für bestehende, nicht Cloud-fähige Anlagen dienen und deren Daten in die Cloud übertragen. Das ist ein echter Mehrwert für das standortunabhängige Anlagenmanagement.

  • Fernüberwachung und -steuerung
  • Vorausschauende Wartung
  • Datenerfassung und -auswertung
  • Standortunabhängiges Anlagenmanagement

Voraussetzungen prüfen: Ist Ihre LOGO! (ab V8.3) bereit für die Cloud?

Es ist wichtig zu beachten, dass die direkte Cloud-Anbindung nicht mit jeder LOGO! 8 Version funktioniert. Stellen Sie sicher, dass Ihre LOGO! ein Basismodul der Version 8.3 oder neuer ist. Ältere Versionen unterstützen diese Funktion leider nicht direkt. Prüfen Sie also vorab die Artikelnummer und die Firmware-Version Ihrer LOGO!, um sicherzustellen, dass sie Cloud-fähig ist.

MQTT und TLS-Verschlüsselung: Wie die sichere Kommunikation funktioniert

Die Kommunikation zwischen Ihrer LOGO! und der Cloud erfolgt über das MQTT-Protokoll. MQTT ist ein leichtgewichtiges Nachrichtenprotokoll, das sich hervorragend für IoT-Anwendungen eignet. Und das Wichtigste: Die Datenübertragung wird durch TLS-Verschlüsselung (Transport Layer Security) gesichert. Das ist der gleiche Standard, der auch für sichere Webseiten verwendet wird und gewährleistet, dass Ihre Daten während der Übertragung vor unbefugtem Zugriff geschützt sind. Für mich ist diese integrierte Sicherheit ein absolutes Muss und ein starkes Argument für die Cloud-Anbindung der LOGO!.

Troubleshooting: Häufige Fehler im LOGO! Netzwerk beheben

Auch bei sorgfältigster Planung können im Netzwerkbetrieb Fehler auftreten. Keine Sorge, das ist normal. Ich habe über die Jahre eine Reihe von Problemen immer wieder gesehen und kann Ihnen hier einige bewährte Lösungsansätze an die Hand geben.

Fehlermeldung "Keine Verbindung": Die Checkliste für IP-Adressen und Kabel

Die Meldung "Keine Verbindung" ist der Klassiker unter den Netzwerkproblemen. Hier ist meine Checkliste, die Ihnen helfen sollte, die Ursache schnell zu finden:

  • IP-Adressen: Sind alle Geräte im Netzwerk mit eindeutigen IP-Adressen konfiguriert? Gibt es keine Duplikate?
  • Subnetzmaske: Haben alle Geräte im selben lokalen Netzwerk die exakt gleiche Subnetzmaske? Ein kleiner Tippfehler hier kann große Auswirkungen haben.
  • Physische Verkabelung: Sind alle Ethernet-Kabel fest eingesteckt? Sind die Kabel intakt? Testen Sie gegebenenfalls mit einem anderen Kabel.
  • LED-Anzeigen: Leuchten die Link-/Aktivitäts-LEDs an den Ethernet-Ports der LOGO! und des Switches/Routers? Wenn nicht, liegt oft ein Hardware-Problem vor.
  • Softwareversionen: Ist Ihre LOGO! Soft Comfort Version kompatibel mit der Firmware Ihrer LOGO!? Eine neuere LOGO! erfordert oft eine aktuellere Softwareversion. Das wird gerne übersehen!
  • Firewall: Blockiert eine Firewall auf Ihrem PC oder im Netzwerk die Kommunikation?

Warum reagiert mein Netzwerkeingang nicht? Typische Konfigurationsfehler finden

Wenn ein Netzwerkeingang oder -ausgang in Ihrem LOGO! Programm nicht wie erwartet schaltet, liegt das selten an der Hardware, sondern meist an einem Konfigurationsfehler. Hier sind die Punkte, die ich als Erstes prüfe:

  • Netzwerkeingangs-/ausgangs-Verknüpfungen: Haben Sie in der Netzwerkansicht von LOGO! Soft Comfort den Netzwerkausgang des sendenden LOGO! auch wirklich mit dem Netzwerkeingang des empfangenden LOGO! verknüpft? Das ist ein häufiger Fehler.
  • Korrekte Parameter-VM-Zuordnung: Sind die Netzwerkeingänge und -ausgänge im Schaltprogramm des jeweiligen LOGO! Moduls korrekt mit den gewünschten Parametern oder Variablen verknüpft?
  • Logische Fehler im Schaltprogramm: Ist das Programm selbst korrekt? Schaltet der sendende Netzwerkausgang überhaupt? Ist der empfangende Netzwerkeingang in der Logik des Programms richtig eingebunden?
  • Programm übertragen: Haben Sie nach allen Änderungen das aktualisierte Programm auf beide LOGO! Module übertragen?

Webserver nicht erreichbar? So lösen Sie die häufigsten Zugriffsprobleme

Der Webserver ist eine tolle Sache, aber manchmal will er einfach nicht erreichbar sein. Hier sind die häufigsten Ursachen und Lösungen:

  • Webserver aktiviert? Stellen Sie sicher, dass der Webserver in den Eigenschaften des LOGO! Moduls in LOGO! Soft Comfort explizit aktiviert ist.
  • Fernzugriff erlaubt? Wenn Sie aus einem anderen Subnetz oder über das Internet zugreifen möchten, muss die Option "Fernzugriff erlauben" aktiviert sein.
  • IP-Adresse der LOGO!: Haben Sie die korrekte IP-Adresse der LOGO! in Ihrem Browser eingegeben?
  • Netzwerkverbindung: Ist die grundlegende Netzwerkverbindung zur LOGO! intakt? Können Sie die LOGO! anpingen?
  • Firewall/Router: Blockiert eine Firewall (auf Ihrem PC oder im Netzwerk) den Zugriff auf Port 80 (HTTP) oder 443 (HTTPS) der LOGO!? Bei Zugriff über das Internet müssen Portweiterleitungen im Router eingerichtet sein.
  • Passwort: Ist das eingegebene Passwort korrekt? Achten Sie auf Groß- und Kleinschreibung.

Lesen Sie auch: Tor Netzwerk nutzen: Sicher & legal anonym surfen?

Fazit: Das volle Potenzial Ihres LOGO! Netzwerks ausschöpfen

Wie Sie gesehen haben, ist die Siemens LOGO! weit mehr als nur eine einfache Kleinsteuerung. Durch die konsequente Nutzung ihrer Vernetzungsfähigkeiten sei es die Kommunikation von LOGO! zu LOGO!, die Integration in S7-Systeme, die Visualisierung über HMI-Panels, die Anbindung an Modbus TCP oder die modernen Funktionen wie der Webserver und die Cloud-Konnektivität können Sie Ihr Automatisierungsprojekt auf ein völlig neues Niveau heben. Es ist meine feste Überzeugung, dass das volle Potenzial der LOGO! erst dann wirklich zum Tragen kommt, wenn sie intelligent vernetzt wird. Nehmen Sie sich die Zeit, die hier vorgestellten Funktionen zu erlernen und anzuwenden. Sie werden feststellen, dass Ihre LOGO!-Systeme dadurch nicht nur leistungsfähiger, sondern auch flexibler und zukunftssicherer werden.

Häufig gestellte Fragen

Die IP-Adresse, Subnetzmaske und optional das Gateway konfigurieren Sie direkt am LOGO! Display oder komfortabler in LOGO! Soft Comfort. Jedes Gerät benötigt eine eindeutige IP im selben Subnetz, um kommunizieren zu können.

Ja, die LOGO! 8 kann als Client eine S7-Verbindung zu einer übergeordneten SIMATIC S7-1200 oder S7-1500 Steuerung (als Server) aufbauen. Dies ist ideal für die Signalvorverarbeitung in größeren Anlagen und zur Entlastung der Hauptsteuerung.

Das LOGO! CMR ermöglicht Fernkommunikation und -steuerung über Mobilfunk (LTE/GPRS). Es bietet Funktionen wie SMS-Alarmierung, E-Mail-Versand, GPS-Positionserkennung und sicheren Fernzugriff via OpenVPN für standortunabhängiges Management.

Eine direkte Cloud-Anbindung ist nur mit LOGO! Basismodulen der Version 8.3 oder neuer möglich. Die Kommunikation erfolgt dabei sicher über das MQTT-Protokoll mit TLS-Verschlüsselung, z.B. an Amazon Web Services (AWS).

Den Webserver aktivieren Sie in LOGO! Soft Comfort. Mit dem kostenlosen LOGO! Web Editor (LWE) können Sie dann ohne HTML-Kenntnisse per Drag & Drop spezifische Webseiten zur Visualisierung und Steuerung erstellen und mit LOGO!-Parametern verknüpfen.

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Hermann-Josef Mohr

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Ich bin Hermann-Josef Mohr und beschäftige mich seit über einem Jahrzehnt intensiv mit dem Thema Technologie. In dieser Zeit habe ich als Branchenanalyst und erfahrener Content Creator zahlreiche Trends und Entwicklungen in der Tech-Welt untersucht und dokumentiert. Mein Fachwissen erstreckt sich über verschiedene Bereiche, darunter innovative Softwarelösungen, digitale Transformation und die Auswirkungen neuer Technologien auf Unternehmen und Gesellschaft. Ich lege großen Wert darauf, komplexe Daten verständlich zu machen und objektive Analysen zu liefern, die auf fundierten Recherchen basieren. Mein Ziel ist es, meinen Lesern aktuelle und verlässliche Informationen bereitzustellen, die ihnen helfen, die ständig wechselnde Technologielandschaft besser zu verstehen. Vertrauen und Transparenz sind mir dabei besonders wichtig, daher strebe ich stets danach, die Informationen, die ich teile, gründlich zu überprüfen und klar zu präsentieren.

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